#76: Mord auf Raten.

So oder so ähnlich könnte ich mein Verhalten mit mir und meinem Körper gerade beschreiben.

Lass' alles auf mich zukommen - das Essen fliegt quasi von alleine in meinen Mund.

Wie auch immer, es muss weiter gehen. Aber ob das so der richtige Weg ist?  Was für eine Frage - nein natürlich nicht. Der Anstoß fehlt mir. Da ist einfach kein Ziel. Da ist kein großer Schock, den es abzuwenden gilt. Da gibt es gerade nichts, für dass es sich lohnen würde, wieder von vorne zu beginnen.

Keine Weichen, die für irgendetwas gestellt werden müssen. Wofür auch? In Gedanken bin ich zukunftslos. Ich lebe in den Tag hinein, ohne irgendein System oder einen Ablauf. Früher hat das alles mal besser geklappt.

Und dann sitze ich hier und frage mich: Wo ist das "FRÜHER" geblieben? Wo sind die motivierenden Gedanken von früher, dir mir mein damaliges Ergebnis schaffen konnten?

Sie sind weg, weil es kein Ziel gib. Keinen Grund, das alles anzugehen. Immerhin eine Einsicht. WOW! *applaus für mich bitte*

Warum ich es damals getan habe? Ich war begeistert, ich wollte auch mal etwas schaffen. Und dann wollte ich keinen Verzicht mehr. Und alles ging von vorne los. Und so sitze ich heute hier mit dem gleichen Ausgang wie vor knapp 3 Jahren. Und nun?

 

Das Maedchen. 

2.2.17 17:44


#75: Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft.

Zugegeben, der Titel dieses Eintrages ist geklaut. (Das ist alles nur geklaut, eyo, eyo!)

Aber dieser Satz ist mir gerade in die Augen gesprungen. Ich nutze ihn, in der Hoffnung ich darf es :-)

 

Urlaub, ja wirklich eine Woche Urlaub. Das gibt's nicht. Nach 12 Wochen darf ich dann auch mal. Nach dieser Woche müssen dann weitere sieben Wochen durchgestanden werden. Wird schon, irgendwie.

Und so sitze ich nun mit meiner Weinschorle vor diesem Bildschirm und versuche meine aktuellen Gedanken mal zu sortieren. Sortieren. Doofes Wort. Gedanken zu überdenken? Auch doof.  

 

Ich bin gerade glücklich. Wahrscheinlich aufgrund der immerhin fünf freien Tage. Und wegen des Alkohols, der gerade in meinem Kopf Radau macht. Aber alles ist schön. Zumindest jetzt.

Keine schlechten Gedanken, alles nimmt irgendwie seinen Lauf. Hoffen wir mal, dass es so weiter geht.

 

 Das Maedchen. 

19.7.16 23:39


#74: Verschwende keinen Gedanken an deine Vergangenheit...

... und so wenig wie möglich an deine Zukunft.

Klar muss man sich grundsätzlich Gedanken machen was als Nächstes passieren sollte. Natürlich sollte man einen ungefähren Plan haben. Den haben wir. Wir gemeinsam. Ich alleine habe in etwa einen Plan. Den gilt es nur noch zu realisieren. Schritt für Schritt kümmere ich mich darum. Um mich. So zumindest die Theorie.

 

Ich habe keine Ahnung was morgen passiert. Ich habe nur die Hoffnung durchzuhalten. Abwarten und Tee trinken. Auch nicht richtig, oder?

Wenn man immer nur abwartet und hofft, dass sich alles von alleine regelt kann man sicher lange warten. Warten auf den Geburtstag, den Jahrestag, den nächsten Urlaub (5 Wochen noch   und auch warten auf den Weihnachtsmann.

 

Nichts da! Schluss jetzt mit Warten. Schluss mit den Selbstzweifeln und mit den Hoffnungen auf "das wird schon wieder besser". Aufhören zu denken, alles fällt mir von alleine zu. Tut es nämlich nicht. Und wenn ich das mit meinen Anfällen nicht demnächst mal in den Griff  bekomme, platze ich demnächst noch aus allen Nähten. So geht das nicht.

Auf geht's in die nächste Runde meines Lebens - hoffentlich klappt's jetzt dauerhaft!

 

Das Maedchen. 

13.6.16 16:10


#73: Reunion - ich brauche einen Neustart.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser...

So, oder so ähnlich sollte man das hier vielleicht beginnen. Ein Reunion. Ich brauch einen Neustart. Ich beginne wieder, die Dinge, die mich bewegen, zu notieren. Ich muss die Gedanken in meinem Kopf neu sortieren. Neu nachdenken.

Lange Zeit habe ich nicht nachgedacht. Lange Zeit war ich hier nicht mehr aktiv. Ich brauchte es nicht, kam gut mit der kleinen Stimme in meinem Kopf zurecht. Aber jetzt nicht mehr. Nach über vier Jahren brauche ich mal wieder die Hoffnung, dass jemand das liest, was ich hier verfasse. Nein, ich brauche es eher für mich.

 

Aus meinem Willen abzunehmen ist viel geworden. Es waren immerhin 25 Kilo. Die ich nach eineinhalb Jahren des Schleifenlassens dann nun auch wieder drauf habe.

Warum? Tja, das wüsste ich auch gerne. Frust. Langeweile. Angst. Ich denke, diese drei Wörter passen klasse auf meinen aktuellen Zustand. Gefühlt geht es in meinem Leben nicht weiter. Also Frustfressen! Immer her mit den Kalorien und den ungesunden Fetten! Alles rein in den Körper, der mich jeden Tag unglücklicher macht.

 

Wie es weiter geht? Keine Ahnung! Vielleicht habe ich ja die Möglichkeit das alles hier mal aufzuschreiben und zu bedenken. Vielleicht. 

Ich bleibe dran.

 

Das Maedchen. 

9.6.16 17:50


#72: Weil andere Mädchen scheiße sind!

Zumindest jedenfalls die, die in seiner unmittelbaren Umgebung sind.
Die, die beim eigenen Hobby so toll sind und mit denen man direkt dann immer alles super findet.

Und wenn man dann mal was sagt, was einem selbst wehgetan hat, ist man im Arsch bekommt nur die Antwort: "Bitte, ich hab' dir gerne weh getan."

Ganz einfach, so ein Leben. >.<

 

Das Maedchen.

4.5.12 14:54


#71: Weil das Sterben ja auch dazugehört.

"Auch du musst diese Situationen mal kennen lernen. Wir können dich ja nicht immer beschützen."
Das war der Satz von meinem Dad zu dem, was heute passiert ist.

Mein Onkel liegt im Sterben. "Leiden" ist kein Ausdruck mehr für das, was er gerade durch macht.
Innerhalb der letzten Woche hat er noch mehr abgebaut, lässt sich kaum noch ansprechen und steht dauerhaft unter Schmerzen.

Und wenn man so einen, ich nenn' es mal "Kampf", dann zum ersten Mal so live und in Farbe mitbekommt, wird einem richtig anders. Mir wird da richtig anders. Etwas, was man noch nie erlebt hat, schockiert einen dann doch immer am Extremsten.

Es geht zu Ende. Und auch ich muss damit klar kommen. Mit dem Gedanken, dass mein Onkel, zu dem ich immer gehen konnte, um seine Kaninchen zu streicheln und mit ihm die Eier aus dem Hühnerstall zu sammeln, nicht mehr da ist. Dass es keine weiteren Aktionen geben wird, die wir zusammen erleben werden. Keine Kaninchen und keine Hühner mehr.

Das Schlimmste kommt zum Schluss. Oder für ihn bereits das Beste.

 

Das Maedchen.

30.3.12 20:05


#70: Denn alles was passiert, bestimmst du selbst.

Viel passiert. Vieles, das man dann auch gerne wieder rückgängig machen will, wenn man 'ne Stunde später wieder daran denkt.

H. und ich wohnen zusammen. Anfangs hab' ich mich richtig doof hier gefühlt. Alle Möbel stammten von ihm. Nichts konnte ich so anfassen, als wenn es mir gehören würde.

Jetzt wohnen wir knapp 5 Monate hier zusammen. Alles hat sich geändert. Ich komm' nach Hause und freu' mich hier zu sein. Ich freu' mich, ihn jeden Tag sehen zu können. Ich freu' mich dieses "Du-bist-endlich-angekommen"- Gefühl zu haben.
Es ist mittlerweile toll hier. Kein "nichts-gehört-mir"-Gefühl mehr. Kein "meine-Fresse-scheiße"-Gefühl mehr.

Das hier ist jetzt normal. Und ich bin so gerne hier.

 

Er's momentan weg. Berlin. Ich bin alleine hier. Und langweile mich hier zu Tode. Erst jetzt merkt man, dass man jemanden sehr vermisst, wenn er weg ist. Wenn ich weg bin, merke ich das nicht so, weil ich meistens was zutun habe.

Aber jetzt? Ist es hier sehr still und ich weiß kaum was mit mir anzufangen. Klar sind da auch Tränen geflossen, als ich dann hörte, wie sein Koffer auf der Straße unten gerollert ist. Scheiße ey, ich war noch nie so abhängig von einem Kerl. Doof, dass ich mir immer selber einrede, dass ich ohne ihn ganz normal leben könnte. Als wenn's so wäre :/

 

Das Maedchen.

11.3.12 19:02


#69: Leben - aber wie?

Und so sitzt man hier, Weihnachten ist vorbei, Silvester steht kurz vor der Tür. Und auch die Zwischenprüfung ist bald da. Und ich kann nichts, nur um das mal jedem Menschen, den es interessiert oder eben auch nicht interessiert zu erzählen.

Tja, die Frage der Fragen bleibt bestehen. Wie lebt man richtig? Jeder behinderte Mensch sagt einem, man sollte so leben, als sei es dein letzter Tag. Würde ich so sowieso nie unterstützen, weil ich mich momentan eh nie so fühlen könnte, als wenn ich heute den letzten Tag da gewesen wäre.
Also? Was bleibt mir am Ende eines jeden Tages zu sagen? Nichts. Da bleibt immer nur die Frage, ob es richtig ist, was ich tue und wie ich es tue.

Denn zu oft stand ich in der letzten Zeit davor, meine Arbeit hinzuschmeißen und einen auf Chilli-Milli zu machen. Mal abgesehen davon, dass meine Eltern mich umbringen würden, hätte ich auch nach spätestens 2 Tagen kein Geld mehr um leben zu können, weil ich sämtliche Internetstores aufgekauft hätte - zumindest einen Teil davon.

Also, verschieben wir diesen Gedanken. Und weiter geht's mit der Frage, ob man immer so lebt, wie man wirklich leben will. Tja, am Ende ist's sowieso egal. Entweder du machst was aus deinem beschissenen Leben oder du lässt es eben. Nicht einen auf "Leben als wär's der letzte Tag". Faaaaaaalsch. Sich mit den Dingen zufrieden geben, die man hat? Faaaaaaaaaalsch. Niemals geb' ich mich mit diesem Bruchbuden-Charme meiner jetzigen Behausung zufrieden geben. Frei nach dem Motto: Es gibt immer was zutun.

 

Ich sollte aufhören zu philosophieren. Niemals würde ich meine Arbeit aufgeben. Denn manchmal sind die Menschen dort das einzige was mir die Kraft gibt, das wirklich weiter durchzuziehen.

Und in nächster Zeit werde ich diese Wohnung nicht verlassen. Weil's das ist, was wir uns gerade so leisten können.

Ach ja, Weihnachten. H. wollte uuuunbedingt bei seinem Dad feiern mit der Hoffnung auf 100 Euro. Letztlich hatte er dort ein Gespräch über drei Stunden, in dem ihm sechsmal dasselbe erzählt würde und ging mit 20 Euro und zwei Äpfeln aus dem Haus. Vergleich: Meine Ellies haben ihm 50 Euro gegeben. Nur nochmal gesagt, um das irgendwo festzuhalten. Merkt man mal wieder, wie wichtig man den Anderen ist. Aber: Es geht ja um den Sinn des Schenkens. Oh mein Gott.

 

Das Herzensmaedchen.

 

P.S. Wie man jetzt richtig lebt? Mach's dir selbst und genieß' es, bis du zu alt dafür bist. ;D

28.12.11 00:06


#68: Und das Leben wird anders.

Meistens schneller als man selbst denkt. Hart, was so in den letzten Tagen passiert ist.

Der Umzug war hart - härter als ich gedacht hätte. Und jetzt wohnen wir hier - in der Stadt, die ich in Hamburg immer so vermisst habe und die ich jetzt von Tag zu Tag mehr liebe. Klar ist das Pendeln echt behindert... Aber an sich ist es schon schön zu wissen, dass er da ist und irgendwann nachts neben mir schläft. Dass er neben mir liegt und mir die Sicherheit gibt, die ich immer wollte und vermisst habe.

Jetzt ist sie da. Extremer als ich je gedacht hätte. Er ist immer da. Das was ich immer wollte. Er ist derjenige auf den ich warte, wenn ich zu Hause bin. Wenigstens hab' ich jetzt endlich jemanden, auf den es sich zu warten lohnt. Man lernt sich neu kennen. Merkt zum Beispiel, dass er extrem abgeht wenn irgendwas nicht so passiert, wie er es will. Wie sich alles um's Organisieren des Haushalts dreht. Klar ist das schwer für einen Menschen wie mich - der vorher nie wirklich 'nen eigenen Haushalt hatte. Tja und dann ist mit mal alles ganz anders.

 

Was ich vermisse?

Das gemeinsame Einschlafen, das es wohl gar nicht mehr geben wird. Das "ich-fühl-mich-super-in-deinem-Arm"-Gefühl, wenn wir zusammen im Bett liegen. Das gibt's nicht mehr. Diese Nähe ist erstmal weg. Es geht nur noch darum, irgendwie mit dem Geld klar zu kommen.

Warten wir mal das Wochenende ab. Wir werden sehen, was kommt.

 

Das Maedchen.

16.11.11 21:29


#67: Es geht los.

Jap. Das hier wird jetzt die letzte Nacht für mich in Hamburg. Wir müssen dieses Wochenende umziehen, H. wird sozusagen rausgeschmissen. Tja und jetzt ging alles ganz schnell... Innerhalb von 3 Tagen bei vollem Arbeitstag meine Bude geräumt.

Und dann hol' ich morgen die Schlüssel und das Wochenende beginnt. Gott, ich freu' mich gar nicht auf den Umzug. Das Leben danach wird toll. Aber dieser Umzug wird einfach nur Assi. Ganz ehrlich.

 

Das Maedchen.

9.11.11 21:11


#66: Wir sind am Leben.

Jap. Wir ziehen zusammen. Wir sind dann Eins. Jeden Tag und jede Nacht. Traumvorstellung. *.*
Vor 'nem Jahr hätte ich jede Person ausgelacht, die mir unterstellt hätte, dass ich mit H. jetzt zusammen ziehen würde.

Ausgelacht und für Dumm verkauft.

Tja aber jetzt haben wir fast die Schlüssel und auch Vorstellungen, wie es aussehen soll. Bei ihm zu Hause wird's im Übrigen immer schlimmer, weil man immer mehr behinderte Sachen an den Kopf geknallt bekommt. Kennt man ja nicht anders.

 

Aber hey! Wir sind am Leben, wir sind zu zweit und schaffen das.

Das Maedchen.

31.10.11 21:01


#65: Wo ist das große Mädchen hin?

Du stehst dann da plötzlich am Bahnhof in der Heimat und hast das dringende Bedürfnis vor den nächsten Zug zu springen. Weil du dir irgendwas einredest von wegen du seist ein schlechter Mensch und würdest sein ganzes Leben kaputt machen.

Und dann kommt er aber - dein strahlender Ritter - und rettet dich. Und du bist froh, dass er kam, weil er dich vor dem größten Fehler überhaupt beschützt hat.

 

Und jetzt? Tja wir haben 'ne Wohnung. Das Maedchen wird zum Pendler. Und morgen muss ich wieder auf'n Seminar. Behindert. Er hat mich vorhin her gefahren in die Bude nach Hamburg, die bald nicht mehr meins sein wird. Und ich war so traurig, dass er mit mal nich mehr da war und musste heul'n. Also: Wo ist das große Mädchen hin?

Wie auch immer. Ich konnte mich wieder beruhigen, aber ich vermiss' ihn trotzdem. Sein Shirt neben mir, das bald in meine Tasche wandert, damit ich ihn neben mir hab', wenn ich abends in diesen doofen weichen Betten schlafen muss und an ihn denke, weil ich sonst 4 Nächte die Woche neben ihm einschlafe. Und jetzt sind's genau 4 Nächte, in denen ich nicht neben ihm einschlafen kann. Ich bin halt einfach zu abhängig von diesem Typen. Jaa dafür könnte ich mir manchmal in den Arsch treten. -.-

 

Das Maedchen.

3.10.11 18:24


#64: Ich schwanke, ob ich mich oder den Rest der Welt umbringen sollte.

Es ist vollbracht. Kündigung ist beim Vermieter und ständig ruft man irgendwelche Menschen an, die eventuell die Traumwohnung in ihren Händen haben. Eventuell.

 

Tja und jetzt hab ich gerade die Hälfte meiner Persönlichkeit von den Wänden in Hamburg gerissen. Muss ja jetzt nicht jeder wissen, dass ich extrem Hello Kitty süchtig bin. :DD

Ich hätte gerne jetzt schon 'ne Wohnung sicher. Da fühlt man sich besser. Das innere Gleichgewicht stimmt dann wenigstens.

 

Jetzt geht's außerdem langsam los mit der Zwischenprüfungsvorbereitung. Krass, das wird sicher richtig hart. Wird noch 'n schöner Rest des Jahres, den ich jetzt vor mir habe. Unglaublich.

 

Das Maedchen.

21.9.11 17:00


#63: Unendlich.

Das ist das Wort, das ich gerne für alles in letzter Zeit verwenden würde.
Unendlich doll werd' ich meine BS-Klasse vermissen. Unendlich viel Angst hab' ich vor der Sitzung morgen. Unendlich viel Hoffnung steck' ich in das mit H. Unendlich lange scheint das Wochenende noch weg zu sein.

 

Im Klartext: H. und ich ziehen zusammen. Endgültig. Hab' keine Lust mehr, mir das Leben noch weiter unendlich schwer zu machen. Und für ihn ist das sowieso das Beste. Meine Mum kommt damit jetzt anscheinend auch irgendwie klar. Wayne.

 

So und nun lieg' ich hier in 'nem Bett, dass noch nie meins war und auch nie meins sein wird. In 'nem Keller, in dem ich mich nie wohlgefühlt habe, außer wenn er hier war. In der unendlichen Enge, weil man sich hier nicht mal bewegen kann. In dem Zimmer, das über ein Jahr lang die Chance hatte, mein zu Hause zu werden. Wurde es aber nie, weil mir immer was fehlte. Ein Mensch, mit dem ich reden kann zum Beispiel. Ein Grund, warum ich hier ganz schnell weg sollte. Kein Wunder, dass man hier mall im Kopf wird.

 

Das Maedchen.

14.9.11 18:41


#62: Zukunft ist ein behindertes Wort. Gegenwart auch.

Gott, wie schön das war, als ich mit 13 draußen auf der Decke mit Freunden noch mit Barbie spielte. Gut okay, ich war 11. Mit 13 war's nicht mehr so. Und trotzdem hatte man nur den Gedanken daran, wie man die liebste Barbie als nächstes anzieht. Blaues oder rotes Kleid?

 

Nach der Barbie-Phase wurde ich zum Typen. Große Pulli's, weite Hosen, männliche Schuhe. Das alles, weil ich nicht akzeptieren wollte und konnte, dass die schöne ruhige Zeit ohne harte Gedanken jetzt vorbei ist. Weil ich die Zukunft nicht wollte. Und wahrscheinlich auch, weil ich immer so sein wollte, wie mein Bruder. In meinen Augen war er einfach groß, stark und erfolgreich. Und er hatte so viel Ahnung vom Leben - dachte ich damals. Heute weiß ich natürlich, dass er noch gar nicht so weit gewesen sein konnte.

Wegen ihm hab' ich mich dann mehr mit dem Thema "Informatik" auseinandergesetzt - weil er ja immer derjenige war, der von meinen Eltern mit großen, stolzen Augen angesehen wurde, weil er PC-technisch so super informiert war. Ich wollte auch diese Anerkennung. Stattdessen kam immer nur: "Du musst 'n Abi mit 1 machen."

 

Tja dann war da mein erster Freund; ich war voll in meiner Rocker-Phase und wollte nur noch rebellieren. Ich wollte kein Abi, ich wollte frei sein, gammeln und zum Penner werden - war doch schon immer am Einfachsten. 

 

Und dann fing' ich an, mir melancholische Gedanken zu machen - im Suff. Morgen gab's 'n Sektfrühstück. Abends Korn. Ich war eine Rebellin. Wollte keine aufgedrückten Pläne von meinen Eltern.

Es ging los mit der Borderline-Geschichte. Immer rein ins Fleisch. Du willst den ganzen Scheiß nicht. Es folgten: Therapie, Schmerzen, Hass und letztlich neue Freunde.

 

Zwischendurch ging man zur Schule, hatte Beziehungen, die aber alle nie wirklich intensiv waren - ich war größtenteils mit den Typen zusammen, um meinen Eltern zu zeigen, wie reif und erwachsen ich doch schon war. Wie toll ich war - trotz der Narben. Und das tat ich auch eigentlich nur, weil meine Mum mir in der Kindheit immer gesagt hatte: "Wenn du dick bleibst, wirst du niemals einen Freund haben." So Mutti, da haste den Traum-Schwiegersohn, den du nie wolltest.

 

Als Rebellin wollte man dann natürlich öfters was Neues ausprobieren. Alkohol, Klauen, wechselnde Partner. Es kam allerdings nie zum Sex. Dafür waren mir alle dann doch zu prollig. Da kam dann langsam die kleine Prinzessin raus á la "Ich warte auf den Richtigen!", nachdem ich mein erstes Mal irgendeinem Spasten geschenkt hatte, der mich danach als "Schl***e" bezeichnet hatte. Niemand danach war mir dann nochmal so viel Wert. Krass, wie viel durch den kaputt gegangen ist. 

 

Und dann war Sommer 2010. H. trat in mein Leben und es wurde alles so schön und bunt und überhaupt nicht mehr dreckig. Rosarote Brille, Schmetterlinge, das volle Programm. Der erste Mann, der mir mal wieder so nah kommen durfte, wie kein Anderer die drei Jahre vorher. Er war für mich der Traum von Mann, nein, die Perfektion. 25 Jahre alt, Studium, danach Ausbildung, Geld. Mir war klar, dass ich mit ihm meine erste wirklich intensive Beziehung führen würde und könnte. Den Druck durch meine Eltern wegen dem Abi war weg - hatte ich ja glücklicherweise schon bestanden. Ich hatte 'nen Ausbildungsplatz, 'ne eigene Bude und wollte einfach frei sein. Und ich wusste, das wollte er auch. Auch er hatte doch schon längst keine Lust mehr darauf, seinem Superdaddy alles hinter räumen zu müssen und immer der Arsch zu sein.

Er war wie für mich geschaffen. Und mit jedem Monat, den wir zusammen sind, will ich immer mehr von ihm. Heirat, Kind, Haus, Auto. Alles. Er ist der haltende Punkt, den ich in meiner Jugend nie hatte. Er gibt mir die Sicherheit, die ich immer vermisst habe.

Und doch wollen alle, dass das auseinander geht. Meine Mum hat extreme Probleme mit ihm. Wahrscheinlich weil er anders ist als mein Bruder und sie doch immer wollte, dass ich 'nen Typen wie meinen Bruder abbekomme. Wollte ich allerdings nie. Nur danach hat sie mich ja nie gefragt.

 

Und jetzt ist Herbst 2011. H. und ich sind immer noch zusammen. Unglaublich für mich. Und da ich alles von ihm will, will ich ihn auch jeden Tag. Und dieses Verlangen wird von Tag zu Tag stärker. Vorallem wenn man sich in Hamburg nicht heimisch fühlt. Er soll einfach immer bei mir sein.

Doch da streiken mal wieder: meine Eltern. Weil sie ja nur das Beste für mich wollen. Krasses Leben ey.

 

Und irgendwie endet man dann wieder da, wo man vor Jahren schon mal war. Genau in der Zeit, in der man Alkohol trank, um Probleme zu vergessen. Und in der man sich selber weh tat, um den Druck aus'm Körper zu bekommen. So wie heute Abend schon wieder.

Heute sorgt man sich dann jedoch nicht mehr um die Klamotten der Barbie. Sondern eher um das eigene Auftreten, damit niemand was davon mitbekommen. So wie früher.

 

Also: Blaues oder rotes Kleid?

 

Das Maedchen.

7.9.11 20:14


#61: Hintenrum. So ist's richtig.

Nein, eigentlich nicht. Aber es gibt eben Menschen, die sich gerne bei anderen Menschen über mich beschweren. So als wenn man nicht mit mir alleine reden könnte. Nein, sowas geht nicht. Bin ja auch noch nicht alt genug dafür, dass man mit mir ordentlich reden kann.

 

Tja, da denkt man wirklich, alles ist gerade irgendwie gut und dann kommt sowas. Unglaublich, ich bin da immer noch nicht drüber hinweg. Ständig diese Einstellung: "Wir müssen uns mal wieder beschweren, sonst wird's langweilig." Immer dieser provozierte Stress. Immer dieses: "Vielleicht schaffen wir das ja, die beiden irgendwann auseinander zu bringen." Krass ey. Vielleicht steiger' ich mich da auch wieder zu extrem rein.

 

Boah, wie mir das auf die Nerven geht. Ich glaub', ich wiederhol' mich hier schon, aber geht nicht anders. Da wird H. dann gesagt: "Sie kriegt nicht mal ihren fetten Arsch aus'm Bett!", und man selber sitzt da und versteht die Welt nicht mehr. Schön, dass er immer wieder die Ausrede hat: "Ich war betrunken, ich weiß nicht, was ich gesagt hab'."

Wunderbar, wenn man ihm das glauben muss. Wenn er sich immer alles erlauben darf. Wie assi es doch ist, wenn man kein Geld für 'ne eigene Bude hat. Man würd' sich so einige graue Haare sparen. Gott ey. 

 

Um mir dann noch richtig eins auszuwischen kam dann von Superdaddy noch, dass ich die Olle ja nicht begrüßen würde/könnte. Boah jahaaa, reg' dich ab? Es gibt Menschen, die gestresst von ihrem Leben sind, nicht gerne einen auf Happy Family machen. Kann man anscheinend nicht verstehen, wenn man den ganzen Tag zu Hause ist. Das ist dann wohl auch ihr Problem. Sie bemerkt direkt alles und kann sich den ganzen Tag drüber aufregen - unsereins würd's direkt wieder vergessen und sich nicht so hochbauschen damit. Krass.

 

Ich bin sprachlos und ich weiß auch nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Es ist mir egal, wie das alles weiter läuft. Ob die nu noch mal ankommen oder nicht. Kriegt sie halt ihr behindertes "Hallo". Er allerdings schon lange nicht mehr. Behinderter, betrunkener, ...

Lassen wir das. Eins steht fest: Die Tage sind gezählt, an denen ich bei H. normal rein und rausgehen konnte, wie ich lustig war. Wird dann jetzt wohl immer schön betrückend. Weil ich diese Ansage, in 'ner Lautstärke von 150 Dezibel, nicht einfach vergessen kann und auch nicht werde. Hab' mir ja auch im April nicht nur den Arsch für dieses behinderte Haus aufgerissen. Für sein Haus! Gott, wie er nie was zu schätzen weiß.

So reicht jetzt mit aufregen.

 

Trotzdem bleibt noch zu sagen:

 

"& irgendwann kommt dann der Zeitpunkt im Leben, an dem man aufhört Fragen zu stellen - weil man kein Interesse mehr an den Antworten hat."

 

Tja, keine Fragen mehr von mir. Ich hab' keine Lust mehr auf die gequälten Antworten, die dann am Ende doch wieder total für'n Arsch sind, weil man sich nicht drauf verlassen kann.

 

Das Maedchen.

 

29.8.11 19:27


#60: Und dann gibt es so Zeiten, in denen sich das Leben jeden Tag verändert.

So wie momentan.
Man hat Spaß in der Schule, mit Leuten, die man im Normalfall niemals auch nur ansatzweise angesehen hätte, weil sie einem zu doof gewesen wären. Aber irgendwann merkt man halt, dass die Meisten dann doch auf demselben Level sind, wie man selbst. Und das ist gut zu wissen. Das Gefühl ist dann ganz anders.

 

Und dann kommt es eben auch noch so, dass man hinterm Rücken vom eigenen Freund Ringe besorgt. Ich find' sie wundertollig.

Man stellt die ganze Geschichte auf'n Tisch und er bemerkt 2 Stunden davon erstmal gar nichts. *deprimierend* Aber dann. Ist man glücklich und dieses Warten auf das "Ja" kommt dir wie 'ne kleine Ewigkeit vor. Stunden. Unfassbar. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Aber das ist befreiend. Und wenn man jetzt auf seine eigene Hand starrt, dann ist da ständig irgendwas, was dich direkt mit ihm verbindet, angenommen, er hat das Ding nicht abgenommen, weil ihn das Teil sonst verrückt gemacht hätte.

 

Das Maedchen.

24.8.11 19:07


#59: Es geht hin und her.

Und dann ist man ständig irgendwie unter Strom. Läuft dahin, sitzt in der Bahn, dann im Zug und später im Auto. Von Ost nach West und wieder zurück. Krass, ich brauch' unbedingt mal irgendwas wo ich denken kann: "Ja, du bist angekommen."

Interessiert ja aber niemanden. 3 zu Hause in 3 unterschiedlichen Orten. Und eigentlich fühl' ich mich nur in dem Einen richtig wohl. Wo man nicht alleine ist und doch trotzdem nicht vom eigenen Fleisch und Blut doof angemacht wird. Weil man ja alles falsch macht.

 

Gott, ist das frustrierend.

 

Das Maedchen.

22.8.11 18:30


#58: Und dann tust du das, weil dein Bauch dir sagt: Jetzt!

Und dann lag' ich im Bett, hab' in sein Gesicht geguckt und ihn gefragt, ob er mich heiraten will.
Er: "Is' das dein Ernst?"
Ich: "Ja?!" -.-
Er: "Wir haben kein Geld."
Ich: "Das ist jetzt nicht die Antwort, die ich hören wollte."
Er: *über meine Wange streichel* "Ja, würde ich gerne."
Und das Maedchen war glücklich. Überglücklich.

 

Und dann liegt man im Bett neben ihm, grinst sich einen ab, weil man sich so extrem freut und dann weiß man, dass es gut wird. Dass es so sein soll. Dass es passt.

Ich liebe ihn. Sehr.

 

 

Das Maedchen.

17.8.11 21:06


#57: Und ständig wird dir gesagt, wie scheiße du doch bist.

Wie selten du dich sehen lässt. Wie kurz du nur da bist. Wie wenig du dich meldest. Wie krass du dich verändert hast. Wie doof du bist, weil du mit ihm zusammen bist.
Kurz halt: Wie scheiße du doch bist.

Unglaublich, aber wahr. Und sowas will man alles gar nicht an 'nem behinderten Montag hören, weil man gerade 'n tolles Wochenende hatte und eigentlich auch 'nen entspannten Schultag. Und dann das. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr mir das von meiner Mum durchzulesen und hab' gesagt, dass ich noch bügeln muss.

 

Krass, wie mich sowas schon wieder fertig macht. Wie würde das denn noch weiter gehen, wenn ich in 'nem Jahr mit H. zusammen ziehe? Welche dummen Fragen soll ich da denn noch beantworten?

 

Ehrlich gesagt waren wir kurz davor zu heiraten. Alleine. Ohne irgendwelche Menschen, die doofe Fragen haben könnten. Einfach weil wir das so wollten. Weil ich endlich seinen Nachnamen haben will.
Behindert is' dann halt nur, dass das auch Nachteile hat. Hab mich da nämlich direkt 'n bisschen belesen.

Und jetzt? Sofort würd' ich ihn heiraten. Ohne jeden Zweifel. Ich lerne mit seinen (ich nenn' es mal) Genüssen klar zu kommen und es funktioniert. Tipps von Menschen, die 4 Jahre in 'ner Beziehung sind und mit mir zusammen arbeiten, helfen einem da dann wirklich mal. Es funktioniert. Zwar langsam, aber es wird. Vielleicht seh' ich das auch wieder nur so... Keine Ahnung.
Hochzeit? Gerne.
Aber dann wohl erst nächstes Jahr.
Er ist nun mal meine große Liebe. Das, was mir gefehlt hat im Leben. Und es ist gut so, wie es ist.

Das Maedchen.

15.8.11 19:38


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